Die Villa auf dem Erlanger Burgberg wurde in den Jahren 1911/1912 erbaut. Der eingeschossige Massivbau mit Mansard-Pyramidendach, Fußwalm sowie Schlepp- und Fledermausgauben auf einem Natursteinsockel wurde am 28.11.2017 in die Liste der Denkmäler aufgenommen.

Eine Wärmepumpe mit zwei Erdsonden (jeweils 85 m tief) sowie abgehängte Decken mit Heiz- und Kühlplatten in Kombination mit indirekter Beleuchtung sorgen für ein angenehmes Raumklima und eine angenehme Atmosphäre. Zusätzlich sind Fußbodenheizungen in den Bädern und der Küche installiert.

Die Frischluftanlage ist Passivhaus-zertifiziert und sorgt effektiv für die Belüftung des gesamten Hauses. Dabei wird die Luft jede Stunde vollständig ausge-tauscht. Ein Wärmerückgewinnungsgrad von etwa 93% minimiert die Lüftungswärmeverluste. Die Luftverteilung erfolgt über die abgehängten Decken der Flure, und die Frischluftleitungen wurden in den Treppenhäusern verlegt, um die historische Substanz zu schonen.

Fenster mit 3-fach Verglasung wurden gemäß dem historischen Vorbild eingebaut. Bei der Sanierung dieses Denkmals konnten wir unser Know-how im Bereich der Holzrahmenbauweise sowie Passivhausbauweise optimal einbringen.

Um die historische Substanz zu bewahren und dennoch moderne, klimafreundliche und nachhaltige Lösungen zu integrieren, wurden die Wände mit einer optisch ansprechenden Vorwandinstallation aus Holzverkleidung bzw. Trockenputz versehen. Diese Technik ermöglichte die Installation von Sanitär-, Heizungs- und Elektroanlagen als Smart Home, ohne die historische Substanz zu beeinträchtigen.

Durch die sehr niedrigen Vorlauftemperaturen wird ein COP-Wert von ca. 5,0 erreicht. Die Wärmepumpe ist zudem mit einer passiven Kühlfunktion ausgestattet, sodass das Gebäude in den Sommermonaten mit minimalem Energieaufwand effektiv gekühlt werden kann.

Auch an E-Mobility wurde gedacht: Die zwei Stellplätze sind mit einer E-Tankstelle ausgestattet.

Wir freuen uns, dass dieses Projekt vom Beirat der Bayerischen Architektenkammer für die „Architektouren 2022“ ausgezeichnet wurde.

Ebenso wurde es mit dem „Iconic Award 2022“, der „Denkmalprämierung Mittelfranken 2022“ und dem „German Design Award 2024“ geehrt.

Jurybegründung GDA 2024

Die energetisch sanierte Villa vereint einen historischen Baustil mit Ökologie. Obgleich kompro-misslos nachhaltig modernisiert wurde, konnte der elegante Charme der über 100 Jahre alten Architektur bewahrt werden. Ein vorbildlicher Umgang mit historischem Bestand.

Denkmal Villa mit Mansarde-Pyramidendach und Fledermausgauben auf Natursteinsockel, energetisch, wurde im Jahre 2022 saniert.

Eine Wärmepumpe mit Tiefenbohrungen & mit Deckenkühl- & Heizungsplatten als abgehängte Decke in Kombination mit indirekter Beleuchtung sorgen für ein angenehmes Raumklima.

Maßnahme: Bauen im Bestand.
Besondere Qualitäten: gesundes ökologisches Bauen, nachhaltig, kreislauffähig, energetische Sanierung, Erdsonden, Wärmepumpe, SmartHome, E-Mobility, EnEV-Unterschreitung beträgt ca. 30%.

Die Wände wurden mit einer optisch ansprechenden Vorwandinstallation aus Holzverkleidung versehen. Dies ermöglichte die Verlegung der Technik ohne Eingriffe in die historische Substanz des Denkmals.

Diese Villa besticht durch die Synergie aus Altem und Neuem. Sie wurde von der Bayerischen Architektenkammer für Architektouren 2022 ausgezeichnet.

 

Fusion of past and future: The circular villa, Erlangen

While the Plus-Energy Villa exemplifies sustainable innovation in new construction, the Circular Villa in Erlangen showcases Nouri-Schellinger’s expertise in transforming historic properties. This project involved the energetic renovation of a century-old villa, maintaining its classic charm while upgrading it to passive house standards. The result was a modern eco-home that earned a German Design Award 2024 in the Excellent Architecture – Eco Design category. The jury praised the Circular Villa as “an exemplary and sustainable approach to historic buildings,” recognizing the balance between modern efficiency and 100-year-old elegance.

For Nouri-Schellinger, the Circular Villa project was the culmination of her extensive experience in refurbishing listed buildings to meet 21st-century environmental standards. Each intervention honored the villa’s original design. The exterior façade and key architectural features were preserved, while advanced insulation and high-performance windows were discreetly added to enhance energy efficiency. The interiors were updated with modern heating, cooling, and ventilation systems to meet passive house criteria. In keeping with circular principles, original materials were reused or restored, reducing waste and maintaining the villa’s authentic character.

Aesthetic fusion was also a key focus. Traditional craftsmanship, such as decorative woodwork and vintage hardware, was integrated with modern fixtures and renewable energy systems, creating a dialogue between eras. This blend of old and new reflects Nouri-Schellinger’s belief that sustainability applies not only to new buildings but also to historic structures through green retrofitting.

The Circular Villa demonstrates how heritage and innovation can coexist harmoniously. It illustrates how sustainable practices can future-proof legacy architecture without compromising historical charm. Alongside the Plus-Energy Villa, it completes a narrative of sustainable transformation—showcasing both new builds and the revitalization of classic architecture. Through these projects, Nouri-Schellinger demonstrates that sustainability is a versatile approach, enriching both our future and our past.

IN KÜRZE

ARCHITEKTIN

Farzaneh Nouri-Schellinger

FERTIGSTELLUNG

2022

WOHNFLÄCHE

165 qm

BESONDERHEITEN

  • Passive Heizung/Kühlung über die Böden und Zimmerdecken erlaubt sehr schnelle Anpassung an Nutzungsänderungen
  • Gesundheitsbewusste Baumaterialien
  • Verwendung von recycelbaren Elementen
  • Energieeffiziente Modernisierungen, einschließlich Erdwärmesonden und Wärmepumpe
  • Smart Home

DAS HAUS IST EIN PASSIVHAUS, DAS BEDEUTET...

  • 90 % weniger Heizkosten als bei Altbauten
  • Mindestens 4000kg weniger CO2-Ausstoß im Jahr 
als herkömmliche Häuser